Sonntag, 31. Januar 2010

die Handwerker kommen



Das wirft dann doch die ein oder andere Frage auf.

Zum einen ist diese Aussage etwas zu umfassend für meinen Geschmack und zum anderen ist sie sehr gewagt. Ich würde mich nicht für alles zwischen Himmel und Erde verantwortlich machen wollen. Aber vielleicht unterschätze ich das deutsche Handwerk tatsächlich etwas.

Mittwoch, 6. Januar 2010

nochmal Khalil

Nicht alles in dem Buch ist mir so ganz koscher ... aber ein paar Passagen haben es in sich:

(ein Prophet redet zu den Leuten von Orphalese über ihre Häuser)

"Und sagt mir, Leute von Orphalese, was habt ihr in diesen Häusern? Und was bewacht ihr hinter verriegelten Türen?
Habt ihr Frieden, den ruhigen Trieb, der eure Kraft offenbart?
Habt ihr Erinnerungen, schimmernde Bogen, die die Gipfel des Geistes umspannen?
Habt ihr Schönheit, die das Herz von Dingen, aus Holz und Stein geschaffen, zum heiligen Berg hinführt?
Sagt mir, habt ihr derlei in euren Häusern?
Oder habt ihr nur Bequemlichkeit und das Verlangen nach Bequemlichkeit, dem verstohlenen Ding, das euer Haus als Gast betritt, dann zum Wirt und schließlich zum Herrn wird?
Ja, und sie wird zum Bezähmer, und mit Haken und Geißel macht sie Marionetten aus euren höheren Wünschen.
Obwohl ihre Hände aus Seide sind, ist ihr Herz aus Eisen.
Sie wiegt euch in den Schlaf, nur um neben eurem Bett zu stehen und sich über die Würde des Fleisches lustig zu machen.
Sie verspottet euren gesunden Verstand und legt ihn in Distelwolle wie ein gebrechliches Gefäß.
Wahrhaftig, das Verlangen nach Bequemlichkeit tötet die Leidenschaft der Seele und folgt dann grinsend ihrem Leichenzug.
Aber ihr, Kinder der Erde, ihr Ruhelosen in der Ruhe, ihr werdet weder in die Falle gehen noch gezähmt werden.
Euer Haus soll kein Anker, sondern ein Mast sein. Es soll kein schimmerndes Häutchen sein, das eine Wunde bedeckt, sondern ein Augenlid, das das Auge behütet.
Ihr sollt nicht eure Flügel falten, damit ihr durch Türen kommt, noch eure Köpfe beugen, damit sie nicht gegen eine Decke stoßen, noch Angst haben zu atmen, damit die Mauern nicht bersten und einstürzen.
Ihr sollt nicht in Gräben wohnen, die von den Toten für die Lebenden gemacht sind.
Und obwohl von Pracht und Glanz, sollte euer Haus weder euer Geheimnis hüten, noch eure Sehnsucht beherbergen.
Denn was grenzenlos in euch ist, wohnt im Palast des Himmels, dessen Tor der Morgennebel ist und dessen Fenster die Lieder und die Stille der Nacht sind."

Khalil Gibran in "der Prophet"